Im Jahr 2001 verzeichnet die Stadt Friedrichsdorf/Taunus bereits 25.671 Einwohner mit Haupt- und Nebenwohnsitz.
Damit ist sie nach Bad Homburg v.d.H. und Oberursel (Ts.) die dritt-größte Stadt im Hochtaunus-Kreis. Mit der Nähe
zu Frankfurt am Main und der guten überregionalen Verkehrsanbindung Region Rhein-Main sind günstige
Standortvoraussetzungen zum Wohnen und Arbeiten gegeben.
Gegründet wurde Friedrichsdorf im Jahre 1687, als Landgraf Friedrich II. von Hessen-Homburg auf der Gemarkung
eines verlassenen Dorfes französische Glaubensflüchtlinge ansiedelte und ihnen wichtige Privilegien gewährte. Im
Jahre 1771 erhielt die "colonie française" Stadtrechte und im Jahre 1821 ein Stadtwappen, mit 9
silberne Rosen im blauen Feld.
Strumpfwirker, Flanellweber und Färber machten die neue Siedlung schnell zu einem gewerblichen Zentrum in einer
ländlichen Umgebung , die Hutfabrikation und Lederverarbeitung kamen später hinzu und als der ehemalige Schiffskoch
Stemler Anfang des 19. Jahrhunderts den Zwieback erfand, wurde Friedrichsdorf als "Stadt des Zwiebacks"
weltbekannt. Aus einer der vielen Zwiebackdynastien ging einer der größten Produzenten für Kindernahrung, die Firma
Milupa hervor.
Im Jahre 1861 stellte Friedrichsdorfs berühmtester Bürger, Philipp Reis, sein Telefon der Öffentlichkeit vor. In
seinem Wohnhaus in der Hugenottenstraße sind heute die Philipp-Reis-Sammlung des Museums für Post und Kommunikation
und ein kleines Hugenottenmuseum untergebracht.
Philipp Reis wirkte als Lehrer am "Institut Garnier", einem seinerzeit sehr bekannten Knabeninternat, das
Schüler aus aller Welt anzog, weil in Friedrichsdorf noch bis zum ersten Weltkrieg weitgehend französisch gesprochen
wurde. Die Gebäude des "Instituts Garnier" gehören zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt und beherbergen
heute die Stadtbibliothek, sowie zahlreiche kleine Gaststätten und Läden.
Trotz zahlreicher Renovierungen und Neubauten hat sich Friedrichsdorf den Charakter der früheren Kleingewerbesiedlung
bewahrt. Typisch dafür: Langestreckte Innenhöfe mit zahlreichen kleinen Wirtschaftsgebäuden, als Abschluss des
Hofraums und quer dazu die Scheuer, dahinter ein großer Garten, der ehemals der Selbstversorgung diente.
Markante Gebäude in Friedrichsdorf sind die klassizistische Villa Schenk, erbaut im Jahre 1872, die Jugenstilvillen
der Zwieback- und Nudelfabrikanten sowie die zahlreichen gut erhaltenen Häuser der hugenottischen Textilfabrikanten
mit ihren typischen Mansarde- Dächern. Einen reizvollen Kontrast dazu bilden die zahlreichen kleinen Färberhäuschen,
die zu jedem Textilbetrieb gehörten und die sich heute zu pittoresken Lädchen und Gaststätten gewandelt haben.
Inmitten der Hugenottenstraße beherrscht die im Jahre 1837 von dem Frankfurter Architekten Rudolf Burnitz erbaute
Kirche der Hugenotten, die einen älteren kleinen Tempel ersetzte, das Stadtbild. Eine Kirche ganz anderer Art ist der
im Jahre 1987 errichtete Tempel der Mormonen auf dem Areal der ehemaligen Teigwarenfabrik Haller, aber auch er ein
Symbol der traditionellen Toleranz in Glaubensfragen, die das Zusammenleben so vieler verschiedenartiger Bürger in
Friedrichsdorf geprägt hat.
1916 war das im Jahre 1804 von Vogelsberger Bauern gegründete Dorf Dillingen eingemeindet worden. Die vier ältesten
Gebäude des Ortskerns mit ihrem typischen Fachwerk stehen heute unter Denkmalschutz. Sehenswert auch der
"Dillinger Dom", um 1820 als Schule und Betsaal des Dörfchens erbaut und noch heute beliebt für kirchliche Trauungen.