Das Wappen ist der schwarze Adler des St. Johannes des Evangelisten auf einem goldenen Hintergrund, der in seinen Krallen einen grünen Olivenzweig hält. Das Emblem des ältesten Siegels aus dem 13. Jahrhundert knüpft in seinen Teilmotiven (ein halber Adler) an den Schlesischen Piasten (Breslauer Fürsten), der damals der Stadthalter war. Die Lilien verweisen auf das Breslauer Bistum, und im besonderen auf den Bischof Thomas I, den Gründer von Patschkau. Die späteren Siegel mit dem Motiv des Adlers des St. Johannes des Evangelisten knüpfen an den Schutzheiligen der örtlichen Pfarrkirche - St. Johannes den Evangelisten und aus diesem Grund verweisen sie auch auf sein Attribut, was die Worte auf einem der Stadtsiegel (aus der Mitte des 14. Jahrhunderts) bestätigen: "IN PRINCIPIO ERAT VERB (um)".
Die Lage
Auf dem Sudetenweg von Neisse nach Glatz, Nur 5 km waren es von Patschkau bis zur damals Tschechoslowakischen Grenze (Tschechischen Republik), befindet sich ein kleines Städtchen Patschkau. Diese alte Stadt, auch "polnisch Carcasonne" genannt, ist der Sitz einer sich im Süd-Westen von Oppeln befindenden Gemeinde. Diese Gemeinde umfasst eine 79,69 km² große Fläche und wird von knapp 14 300 Personen bewohnt. Jenseits der Glatzer Neiße begann Niederschlesien. Sie ist attraktiv auf einer Touristenroute von Kleinpolen und Schlesien nach dem Glatzer Kessel gelegen. Das Gebiet der Gemeinde durchqueren zwei wichtige Landeshauptstrassen. Die erste von ihnen ist die sog. Sudetenstrasse, die von Gleiwitz durch Neisse und Bad Kudowa in die Tschechei führt. Die zweite Straße dagegen führt nach Breslau durch Frankenstein Schweidnitz. Die durch die Stadt und die Gemeinde durchgehende Bahnstrecke verbindet Gleiwitz mit Königszelt und Glatz. Die Gemeinde Patschkau ist eine Industrie- und Landwirtschaftregion. Das Ackerland umfasst über 80% der Gemeindefläche und es sind überwiegend gut erhaltene Böden Klasse III und IV.
Stadt Patschkau
| 1. 1. 1874 |
Der Ortspolizeibezirk Patschkau umfasst die Stadtgemeinde Patschkau (1 Gemeinde). Es gilt die Städte-Ordnung für die sechs östlichen Provinzen der Preußischen Monarchie vom 30. 5. 1853. | |
| 1. 1. 1908 |
Der Ortspolizeibezirk Patschkau umfasst die Stadtgemeinde Patschkau (1 Gemeinde). | |
| 15. 10. 1924 |
Eingliederung der Landgemeinde Gollendorf (teilweise) aus dem Amtsbezirk Nieder Pomsdorf, Kreis Münsterberg, in die Stadtgemeinde Patschkau. | |
| 29. 5. 1926 |
Eingliederung der Landgemeinde Kattersdorf aus dem Amtsbezirk Neuhaus,
Kreis Münsterberg, in die Stadtgemeinde Patschkau. | |
| 1. 3. 1932 |
Der Ortspolizeibezirk Patschkau umfasst die Stadtgemeinde Patschkau (1 Gemeinde). | |
| 1. 1. 1934 |
Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. 12. 1933; Umbenennung der Stadtgemeinde Patschkau in Stadt Patschkau. | |
| 1. 4. 1935 |
Einführung der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. 1. 1935. | |
| 1.1. 1945 |
Der Ortspolizeibezirk Patschkau umfasst die Stadt Patschkau
(1 Gemeinde). Patschkau, Auszug aus der Geschichte der Stadt Patschkau | |
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| 1254 |
Patschkau wird durch Bischof Thomas I. gegründet. Es gilt Neisser (deutsches) Recht. | |
| 1350 |
Bischof Przeslaus (1342-1376) lässt Befestigungsmauern um die Stadt anlegen. | |
| 1388 |
wird die Pfarrkirche St. Johannes Evang. eingeweiht. | |
| 1420 |
schenkt Bischof Konrad der Stadt den Wald über Gostitz, macht die Stadt reich | |
| 1428 |
Die Hussiten fallen ein, verwüsten Stadt und Umland | |
| 1514 |
Bischof Johann schenkt der Stadt den Steinbruch am Jägerberg (Questenberg) f. d. Stadtmauerreparatur | |
| 1550 |
Der Renaissance-Rathausturm wird mit Unterstützung des Bischofs erbaut. | |
| 1565 |
In Patschkau wütet die Pest besonders schlimm, auch 1603 und später | |
| 1634 |
Dreißigjähriger Krieg: Die „Kaiserlichen” setzen Patschkau in Brand. | |
| 1641 |
Die Schweden plündern Patschkau. Die Bevölkerung verarmt total. | |
| 1742 |
Patschkau wird nach dem „Ersten Schlesischen Krieg” preußisch (gehörte vorher zu sterreich). | |
| 1902 |
Die evangelische „Erlöserkirche” wird eingeweiht. | |
| 1945 |
Am 20.März bombardieren sowjetische Flugzeuge Patschkau. Die Rote Armee ist im Anmarsch. Frühjahr: Die Bevölkerung flüchtet in die Reichensteiner Berge, teils weiter in die Tschechoslowakei. Am 7.Mai wird Patschkau kampflos von sowjetischen Truppen besetzt. In den Monaten Mai/Juli kehren die meisten geflüchteten Patschkauer in die Stadt zurück. Ab Juli/August besetzen Polen die Wohnungen und die Geschäfte der deutschen Bevölkerung. Im August wird vom sowjetischen Stadtkommandanten eine polnische Verwaltung eingesetzt. Die Vertreibung der deutschen Bevölkerung beginnt, zunächst aus ihre Wohnungen. | |
| 1946 |
Ab Mai wird die deutsche Bevölkerung systematisch in den Westen Deutschlands vertrieben. Im Juni müssen die Patschkauer mit Handgepäck ins 13 km entfernte Ottmachau zu Abschiebung. | |
| 1947 |
Pfarrer Rieger sammelt Anschriften der weit verstreut wohnenden Patschkauer in Westdeutschland. | |
| 1954 |
Die Stadt Einbeck übernimmt die Patenschaft für die heimatvertriebenen Patschkauer. | |
| 1955 |
Die heimatvertriebenen Patschkauer gründen die Zeitschrift "Patschkauer Dohle". | |
| 1992 |
Am 12.September schließen die Vertreter der Städte Einbeck und Paczków einen Partnerschaftsvertrag. | |
| 1996 |
Am 30.8. reisen 250 Patschkauer in ihre Heimatstadt, werden offiziell empfangen, dreisprachige Messe. | |
| 1997 |
In Einbeck wird die Patschkauer Heimatstube im Alten Rathaus vom BM Wehner offiziell eingeweiht. | |
| 1999 |
Am 4.Sept. gründen die heimatvertriebenen Patschkauer und Dörfler den Heimatverein. Am 5.Sept. wird die Patschkauer Gedenktafel in der Rathaushalle Detmold offiziell eingeweiht. | |
| 2004 |
In Patschkau gedenken Deutsche und Polen gemeinsam des 750. Jahrestages der Stadtgründung. | |
Die Sehenswürdigkeiten
Die mittelalterliche Verteidigungsmauer mit Schalenwachtürmen, die aus dem 14. Jahrhundert stammt, gehört zu den am besten erhalten gebliebenen Denkmäler dieser Art in Polen. Bis in unsere Zeiten blieben 19 von 24 Wachtürmen erhalten. Tortürme. Es sind Reste der Außenbefestigung aus dem 15. Jahrhundert. Erhalten geblieben sind charakteristische Türme, die Teile der vernichteten Torgebäude sind. Heutzutage können wir den Turm des Glatzer Tors (sog. Obertor), des Breslauer Tors (sog. Untertor), des Frankensteiner Tors (sog. Bädertor) und den späteren, aus der Renaissance stammenden Neisser Turm bewundern.
